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Zungenpiercing – Alle Infos zu Stechen, Pflege & Heilung

durch Ibby Granja Imana 28 Jun 2023 11 Kommentare
Zungenpiercing Infos zum Stechen, Pflege, Schmerzen und Schmuck

Inhaltsverzeichnis

  1. Zungenpiercing – ein Schmuck für Individualisten
  2. Das Stechen: Was dich erwartet
  3. Was kostet ein Zungenpiercing?
  4. Ab welchem Alter ist ein Zungenpiercing möglich?
  5. Welche Risiken bestehen beim Zungenpiercing?
  6. Entzündung erkennen – was tun?
  7. Heilungszeit beim Zungenpiercing
  8. Wann und wie den Stecker wechseln?
  9. Welche Größe und Länge ist die richtige?
  10. Pflege des Zungenpiercings
  11. Zungenpiercing und Zahnarzt
  12. Variationen und Arten des Zungenpiercings
  13. Der richtige Schmuck für dein Zungenpiercing
  14. Häufige Fragen (FAQ)

Zungenpiercing – ein Schmuck für Individualisten

Der Mensch schmückt sich, seit er existiert. Neben anderen Formen der Körpermodifikation gibt es auch das Piercing schon seit tausenden von Jahren. Tatsächlich hat sich der Begriff „Piercing" erst in den 1990er Jahren etabliert. Er wurzelt im Lateinischen, Altfranzösischen und Englischen und bedeutet „durchstechen" oder „durchbohren". Das Zungenpiercing hat dabei eine besonders lange Geschichte: Bei einigen indigenen Völkern in Asien und Amerika ist das Durchstechen der Zunge ein religiöses Ritual – ein Opfer oder ein Akt der inneren Reinigung.

Inzwischen ist das Zungenpiercing bei uns weit verbreitet. Mit der Punkbewegung fing alles an, Popstars übernahmen den Trend und machten ihn salonfähig. Ein Zungenpiercing stechen zu lassen ist heute ein Ausdruck von Individualität – und soll beim Küssen einen zusätzlichen Kick hervorrufen. Wenn du darüber nachdenkst, dir ein Zungenpiercing stechen zu lassen, findest du hier alle wichtigen Infos.

Das Stechen: Was dich erwartet

Die Zunge ist ein empfindlicher Muskel – Hygiene ist deshalb beim Zungenpiercing besonders wichtig, denn im Mundraum wird eine Verletzung herbeigeführt. Gehe nur zu einem erfahrenen, seriösen Piercer und stelle sicher, dass alle Instrumente steril sind.

So läuft das Stechen eines Zungenpiercings typischerweise ab:

  1. Die Mundhöhle wird mit einer speziellen Mundspülung desinfiziert.
  2. Die Einstichstelle wird von beiden Seiten markiert.
  3. Die Zunge wird mit einer Klemmzange gedehnt und fixiert.
  4. Mit einer sterilen Nadel wird die Zunge durchstochen – der Schmerz ist dabei in der Regel gering.
  5. Anfänglich wird ein längerer Zungenstecker eingesetzt, da die Zunge anschwillt. Nach wenigen Tagen wird er gegen einen kürzeren ausgetauscht.

Die Schmerzen beim Zungenpiercing werden von den meisten als überraschend gering beschrieben. Die anschließende Schwellung ist oft unangenehmer als der Stich selbst – das ist jedoch individuell verschieden.

Was kostet ein Zungenpiercing?

Die Kosten für ein Zungenpiercing variieren je nach Studio, Region und Schmuckqualität. Als grobe Orientierung in Deutschland:

Spare nicht am falschen Ende: Ein günstiges Studio ohne ausreichende Hygiene kann teuer werden. Qualitativ hochwertiger Zungenpiercing-Schmuck aus Titan oder Chirurgenstahl ist außerdem wichtig für eine komplikationsfreie Heilung.

Ab welchem Alter ist ein Zungenpiercing möglich?

In Deutschland gibt es keine einheitliche gesetzliche Regelung speziell für Piercings. Seriöse Piercingstudios orientieren sich jedoch an folgenden Richtlinien:

  • Unter 16 Jahren: In der Regel wird kein Zungenpiercing gestochen, auch nicht mit Elternerlaubnis – da es sich um einen sensiblen Bereich handelt.
  • 16–17 Jahre: Möglich mit schriftlicher Einwilligung eines Erziehungsberechtigten, der idealerweise persönlich anwesend ist.
  • Ab 18 Jahren: Ohne Einschränkungen möglich.

Die genauen Regelungen können je nach Studio und Bundesland variieren. Informiere dich vorab direkt beim Piercingstudio deines Vertrauens.

Welche Risiken bestehen beim Zungenpiercing?

Als größte Gefahr beim Zungenpiercing wird häufig die Beschädigung der Geschmacksnerven genannt. Dieses Risiko ist bei einem mittig gesetzten Zungenpiercing jedoch gering, da sich die Geschmacksnerven außerhalb dieses Bereichs befinden. Zudem bilden sich Geschmacksknospen immer wieder neu.

Die relevanten Risiken im Überblick:

  • Zahnschäden: Durch ständiges Spielen mit dem Stecker können Zähne und Zahnfleisch beschädigt werden. Kunststoffkugeln sind eine zahnschonende Alternative zu Metall.
  • Infektionen: Besonders kurz nach dem Stechen ist die Infektionsgefahr erhöht. Sorgfältige Pflege ist entscheidend.
  • Schwellung und Schmerzen: In den ersten Tagen normal – bei starker oder anhaltender Schwellung sollte ein Arzt aufgesucht werden.
  • Sprachstörungen: Dauerhafte Sprachstörungen sind sehr unwahrscheinlich. Vorübergehend kann das Sprechen etwas schwerer fallen.
  • Allergische Reaktionen: Selten, aber möglich – besonders bei minderwertigen Materialien. Titan und hochwertiger Chirurgenstahl sind hautverträglich.

Wenn du den Zungenstecker dauerhaft entfernst, wächst der Stichkanal in der Regel relativ schnell wieder zu.

Entzündung erkennen – was tun?

Eine leichte Rötung und Schwellung in den ersten Tagen nach dem Stechen ist normal. Folgende Zeichen können jedoch auf eine Entzündung des Zungenpiercings hinweisen:

  • Starke, anhaltende Schwellung nach mehr als einer Woche
  • Eitriger oder übelriechender Ausfluss
  • Starke Schmerzen, die zunehmen statt abnehmen
  • Fieber oder allgemeines Krankheitsgefühl
  • Starke Rötung, die sich ausbreitet

Bei diesen Anzeichen solltest du umgehend einen Arzt aufsuchen und das Piercing nicht eigenmächtig entfernen – das kann dazu führen, dass sich der Stichkanal schließt und Eiter einschließt. Wende dich außerdem an deinen Piercer, der dir weitere Hinweise geben kann.

Heilungszeit beim Zungenpiercing

Die Heilungszeit eines Zungenpiercings beträgt bei gutem Verlauf etwa vier bis sechs Wochen. In den ersten Tagen schwillt die Zunge an – das ist normal. Nach drei bis fünf Tagen sollte die Schwellung deutlich zurückgehen.

So unterstützt du die Heilung:

  • Kein Alkohol und kein Nikotin – idealerweise während der gesamten Heilungsphase
  • Viel Wasser und Kräutertees (Kamille, Salbei) trinken
  • Zunge kühlen (z. B. mit kalten Getränken oder Eiswürfeln – nicht direkt auf die Wunde)
  • Mundspülungen mit Phenoxyethanol, Kamille oder Salbei
  • In den ersten Tagen breiige oder flüssige Nahrung bevorzugen
  • Das Piercing nur mit gewaschenen Händen und so selten wie möglich berühren
  • Keine säurehaltigen Lebensmittel und keine Milchprodukte in den ersten zwei Wochen
  • Keine extrem scharfen, heißen oder kalten Speisen
  • Kein oraler Kontakt mit Körperflüssigkeiten anderer Personen
  • Bei Schwangerschaft: lange, flexible Stäbe aus PTFE verwenden

Wann und wie den Stecker wechseln?

Den ersten, längeren Anfangsstecker solltest du frühestens nach 3–5 Tagen gegen einen kürzeren tauschen – sobald die Schwellung deutlich zurückgegangen ist. Diesen Wechsel sollte idealerweise dein Piercer vornehmen.

Den Schmuck vollständig wechseln – also gegen ein anderes Modell tauschen – solltest du erst, wenn das Piercing vollständig verheilt ist, also nach etwa vier bis sechs Wochen. Vorher riskierst du Reizungen oder Infektionen.

Beim Wechseln gilt:

  • Hände gründlich waschen
  • Neuen Schmuck vorher reinigen
  • Nicht mit Gewalt drehen oder ziehen
  • Bei Unsicherheit: Piercer aufsuchen

Welche Größe und Länge ist die richtige?

Die richtige Größe des Zungenpiercing-Steckers hängt von der Anatomie deiner Zunge ab. Als Orientierung:

  • Stärke (Dicke): Standard ist 1,6 mm (14 Gauge) – das ist die gängigste Größe für Zungenpiercings
  • Länge Anfangsstecker: 18–22 mm – länger, um die Schwellung aufzunehmen
  • Länge nach der Heilung: 12–16 mm – kürzer und angenehmer im Alltag
  • Kugeldurchmesser: meist 5–8 mm – je nach persönlichem Geschmack

Dein Piercer misst die optimale Länge für dich aus. Kaufe Ersatzschmuck am besten in der gleichen Stärke wie deinen Anfangsstecker.

Pflege des Zungenpiercings

Auch nach der vollständigen Heilung bleibt die Pflege des Zungenpiercings wichtig. Gute Mundhygiene ist das A und O: Zähne putzen und regelmäßig mit desinfizierendem Mundwasser spülen. Spiele nicht exzessiv mit dem Stecker herum – das schont deine Zähne. Wenn du merkst, dass du es nicht lassen kannst, wechsle auf Schmuck mit Kunststoffkugeln. Optisch stehen diese den Metallvarianten in nichts nach.

Zungenpiercing und Zahnarzt

Beim Zahnarztbesuch solltest du deinen Piercer oder Zahnarzt vorab informieren. In vielen Fällen ist es sinnvoll, den Stecker vor der Behandlung zu entfernen – besonders bei Röntgenaufnahmen oder längeren Eingriffen. Ein gut verheiltes Piercing kann für kurze Zeit ohne Schmuck bleiben, ohne dass der Kanal zuwächst.

Wichtig: Informiere deinen Zahnarzt grundsätzlich über dein Zungenpiercing, damit er mögliche Zahnschäden durch den Schmuck beurteilen kann.

Variationen und Arten des Zungenpiercings

Es gibt verschiedene Arten des Zungenpiercings:

  • Mittiges Zungenpiercing: Die häufigste und sicherste Variante. Der Schmuck ist meist ein Barbell (Miniaturhantel) mit einer größeren Kugel oben und einer kleineren unten – z. B. der Barbell mit Blumen-Kugel.
  • Seitliches Zungenpiercing / Zungenspitze: Wird mit einem Ball Closure Ring getragen. Achtung: Hier befinden sich Geschmacksregionen für sauer, süß und salzig.
  • Horizontales Zungenpiercing: Seltenere Variante, bei der das Risiko für Zahnschäden und Sprachstörungen höher ist. Flexibles Material (PTFE oder Acryl) ist hier Pflicht.
  • Zungenbändchenpiercing (Frenulum): Wird durch das Bändchen unter der Zunge gestochen.
  • Mehrfache Zungenpiercings: Manche tragen zwei oder mehr Piercings neben- oder hintereinander.

Für Einsteiger empfehlen wir das klassische, mittige Zungenpiercing – es ist am sichersten und am einfachsten zu pflegen.

Der richtige Schmuck für dein Zungenpiercing

Die Wahl des richtigen Zungenpiercing-Schmucks ist entscheidend – sowohl für die Heilung als auch für den Look. Hier sind unsere empfohlenen Produkte aus dem Shop:

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Häufige Fragen (FAQ)

Wie lange darf ich nach dem Zungenpiercing nichts essen?

Direkt nach dem Stechen solltest du einige Stunden warten, bevor du etwas isst. In den ersten Tagen empfiehlt sich weiche, breiige oder flüssige Kost – keine scharfen, heißen oder sauren Speisen.

Kann ich mit einem Zungenpiercing normal sprechen?

In den ersten Tagen kann die Schwellung das Sprechen etwas erschweren. Das legt sich jedoch schnell. Dauerhafte Sprachstörungen durch ein mittig gesetztes Zungenpiercing sind sehr unwahrscheinlich.

Wächst ein Zungenpiercing zu, wenn man es rausnimmt?

Ja – der Stichkanal wächst relativ schnell zu, wenn der Schmuck dauerhaft entfernt wird. Bei einem gut verheilten Piercing kann man es für kurze Zeit (z. B. beim Zahnarzt) herausnehmen, ohne dass es sofort zuwächst.

Welches Material ist am besten für ein frisches Zungenpiercing?

Für frische Piercings empfiehlt sich Titan – es ist leicht, nickelfrei und sehr hautverträglich. Chirurgenstahl C316L ist ebenfalls gut geeignet. Billige Legierungen oder unbekannte Materialien solltest du vermeiden.

Kann ich mit einem Zungenpiercing küssen?

Während der Heilungsphase (ca. 4–6 Wochen) solltest du auf Küssen und oralen Kontakt mit Körperflüssigkeiten anderer Personen verzichten, da dies das Infektionsrisiko erhöht.

Zungenpiercing – wie lange bis es verheilt ist?

Bei guter Pflege ist ein Zungenpiercing nach etwa vier bis sechs Wochen äußerlich verheilt. Die vollständige innere Heilung kann etwas länger dauern.


Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine professionelle Beratung durch einen erfahrenen Piercer oder medizinisches Fachpersonal. Bei gesundheitlichen Beschwerden, Anzeichen einer Entzündung oder Unsicherheiten wende dich bitte an einen Arzt oder dein Piercingstudio. Alle Angaben zu Altersregelungen, Heilungszeiten und Kosten sind Richtwerte und können individuell abweichen.

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11 Kommentare

14 Jan 2024 Mad

Also bei mir wurde gar nichts betäubt, ich saß still damit nichts schief gestochen wird, dann wurde die Zunge mit einer Zange befestigt damit er den Punkt trifft zum durchstechen.
Es ist unangenehm ja aber das ist logisch da wird ne Nadel durch nen großen Muskel gestochen und dennoch ist es auszuhalten.
Es ist unangenehmer als schmerzhaft, das anschwellen ist der schlimmste Part finde ich (ich liebe essen) und der geht nach ca. 3 Tagen auch wieder vorbei.
Also selbst ohne Betäubung ist es nicht schlimm und alle Male wert.

14 Jan 2024 Stefanie

Es wird betäubt mit einem spray. Das wirkt ziemlich gut.

21 Jun 2023 Simon

allo Angelique,

falls Du Angst vor Spritzen und Pieksen haben solltest – Du kannst ganz entspannt sein, das wird Dir beim Stechen des Zungenpiercings nicht begegnen. Der ganze Vorgang ist an sich nicht schmerzhaft und man muss nicht betäubt werden. Die Sache mit der Mundspülung dient primär der Reduzierung von Keimen, Du kennst das sicherlich auch wenn Du mal eine Mundspülung (z. B. nach dem Zähneputzen) verwendet hast – danach fühlt sich die Zunge etwas “pelzig” an.

So wie man “Betäubung” aus ärztlicher Sicht versteht und anwendet ist es beim Stechen des Zungenpiercings nicht, also nix mit Spritze und langer Nadel, lediglich die Mundspülung. :-)

Das Fixieren und Langziehen der Zunge war als einzige Sache etwas ungewohnt, ansonsten war es nicht schmerzhaft oder anstrengend. Erst nach einigen Stunden, wenn dann die Zunge anschwillt, dann wird es unangenehm mit Sprechen, Essen etc. Falls Du also noch mit einem Zungenpiercing liebäugeln solltest – plan es Dir am besten so ein, dass Du die Tage danach Zeit zum Erholen hast und nicht gerade einen Vortrag halten musst. ;-)

Und aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass ich es bis heute nicht bereut habe. Wenn Du noch Fragen hast und ich Dir helfen kann meld Dich einfach hier bei den Kommentaren.

Viele Grüße!
Simon

21 Jun 2023 Josefin jähnke

Eine Spritze wirst du definitiv nicht in deiner Zunge bekommen.! Um spritzen vergeben zu können braucht man einen spritzenschein, also deine Sorge ist unberechtigt.
Du bekommst eine nicht so angenehm schmecken Flüssigkeit in den Mund womit du deinen Mund erstmal richtig schon ausspülst und die Betäubung wurde damit gemacht

21 Jun 2023 Jessie

Ich würde xylocainspray empfehlen, habe selbst am 14.11. Eins stechen lassen damit

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